Nachricht aus Dachau 19 Novenber 1938

Nach dem Tode meines Schwiegervaters, Ernst Max Hess (1903 – 1989), in Ashkelon, Israel, beschloss meine Schwiegermutter, in das Juedische Elternzentrum in ihrer Geburtsstadt, Frankfurt am Main, zu ziehen, da sie uns nicht zur Last fallen wollte (sie war damals 82 Jahre alt und hat immer weniger sehen können).
Mein Mann, Edgar Hess, und ich haben ihr geholfen, das Haus auszuräumen und Fotos und Papiere durchzusehen und zu sortieren. Edgar fand dabei eine sehr interessante Postkarte.

Um die „Reichskristallnacht“ (9-10.11.1938) herum, ist mein Schwiegervater von der Gestapo aus seinem Zuhause in Frankfurt am Main abgeholt und verhaftet worden. Um diese Zeit lebte er bei seinen Eltern und war mit Irma Isaac, die er später heiratete, verlobt.

Der Gestapo Offizier, der ihn abholte, unterrichtete seine Eltern darüber, dass er aus dem KZ Dachau  kommen würde, wenn sie innerhalb von maximal 3 Monaten ein Einwanderungsvisum in irgendein Land dieser Welt (damals eine nahezu unmögliche Aufgabe) vorweisen könnten. Im letzten Moment sind sie an ein Einwanderungsvisum für Brasilien gekommen, und so ist sein Leben gerettet worden (weitere Details in meinem Artikel ueber die Familiengeschichte).

Diese Postkarte hat mein Schwiegervater aus dem KZ Dachau gesendet, in dem er gefangen war. Yad Vashem, das Holocaust Institut in Jerusalem, hat eine Aktion gestartet, um Dokumente, die sich in den Händen von Holocaustüberlebenden und deren Erben befinden, vor dem Verlorengehen zu bewahren. Edgar und ich beschlossen, diese Postkarte und weitere Dokumente und Fotos an Yad Vashem zu übergeben.

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