Yom Kippur – Tag der Versöhnung

Heute, am 17. September 2010, bei Sonnenuntergang, fing einer der sinnvollsten Tage des jüdischen Kalenders an. Nach 10 Tage desInsichgehens, der Vertiefung ins eigene   Gewissen, in die Taten des gerade beendeten (jüdischen) Jahres, folgt der Tag der Versöhnung.
Tag der Entschuldigung, des Fasten, der Reflexion, der Musse,des Gebetes und des Verzeihens.
Jeder kann, ( nach dem Jüdischem Gesetz soll), sich bei jenem entschuldigen, der nach seinem Gewissen es verdient, sei es Gott, ein Freund, ein Verwandter, der Staat, die Erde. Es ist etwas Privates und Persöhnliches. Der einer verbringt den Tag in der Synagoge, der andere Zuhause oder im Freien.
Es ist ein sehr besondere Tag: man sieht keine Autos auf den Strassen fahren,  öffentliche Verkehrsmittel oder Medien stehen still. Jedem jüdischem Einwohner des Landes wird es ermöglicht diesen Tag zu gestalten und zu erleben wie er es für richtig hält.
Das Fasten, für diese die es tun, fängt um etwa 17 Uhr an (das Fasten im jüdischem Glaube betrifft das Essen und das Trinken im Laufe ca. 25 Stunden) und endet am nächstem Tag um ca. 18 Uhr. Der Tag der Verzeihung fängt bei Sonnenuntergang an.

Edgar, mein Mann und ich beschlossen, um 16:45 einen einstündigen Spaziegang zu machen,  und haben die Veränderungen in unserer Umgebung beobachtet.
Als wir hinausgingen, waren die Strassen menschenleer, denn die meisten beendeten  gerade die letzte Mahlzeit vor dem Fasten .
Auf den Strassen fuhren schon keine öffentliche Verkehrsmittel mehr, aber vereinzelt sah man noch Autos, die in grosser Geschwindigkeit fuhren, um ihr Ziel noch vor dem Anfang des Versöhnungstag zu erreichen.
Jede Minute fuhren weniger und weniger Autos und die noch fuhren, rasten. Dann kam die Sirene die den Anfang den Yom Kippur bekkantgibt, und die Strassen waren leer: kein Mensch, kein Auto. Man konnte die Stille hören und spühren, etwas Seltenes in einer Grosstadt wie Jerusalem. Nur die Vögel zwicherten bei ihren Schlafvorbereitungen .
Kurz danach sah man die ersten Juden aus ihnen Wohnungen kommen, auf ihrem Weg zur Synagoge, festlich angezogen mit ihren Gebetbücher in der Hand und viele Männer mir ihren Gebetmantel (Talitot) um die Schulter.
Stufenweise begannen wir, die Kinder zu hören als sie mit ihren Fahrrädern auf die Strasse kammen. Es ist der einzige Tag des Jahres an dem sie auf den Strassen fahren können, ohne die Gefahr von Autos überfahren zu werden.
So ist diese Spazierstunde vorüber gegangen, in der wir wunderbar erleben konnten, wie die Stadt und ihre Einwohner diesen so besonderen Tag empfangen.
Auch für uns war es ein bereicherndes Erlebniss.
Als wir unsere Wohnung betraten, war Jerusalem eine ganz andere Stadt als die, in die wir kurz zuvor hinausgetreten waren.

Hier können wir einige Bilder von den Strassen Jerusalem am Yom Kippur sehen.
Bilder von Silvia

 

 

 

 

Jerusalem in Yom Kipur
Jerusalem in Yom Kipur

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