Der Klippdachs

Die hohen Berge sind für die Steinböcke, die Felsen eine Zuflucht für die Klippdachse (Psalm 104:18)

Ein Klippdachs. Foto Edgar Hess
Ein Klippdachs. Foto Edgar Hess

 

Klippdachs auf Felsen Foto: T. Drumm
Klippdachs auf Felsen
Foto: T. Drumm

 

 

 

 

 

Sehr oft, wenn wir an der Nordküste des See Genezareth entlang fahren, sehen wir auf den Basaltsteinen so kleine, braune, haarige Tiere, die Sonne “tanken”. Meine Touristen fragen mich dann immer, ob es sich um Murmeltiere handele.

Diese so netten Tierchen, oben auf den Bildern zu sehen, sind Klippdachse, Säugetiere der Ordnung Hyracoidea der Familie Procaviida.

Der Klippdachs, den man auf dem Foto sieht, heißt Felsen-Klippdachs oder Felsenkaninchen wie er auf Hebräisch genannt wird. Wie der Name schon sagt, lebt er zwischen Felsen und Höhlen. Er wiegt etwa 4 kg und wird bis zu 30 cm groß. Die Tragzeit dieses Tieres beträgt ca. 8 Monate, und es wirft ein bis drei Junge. Dieses Tier existiert seit Millionen von Jahren und gehört in zoologischen Kategorien zu den Verwandten des Elefanten trotz der enormen physischen Unterschiede zwischen ihnen.

Die gemeinsamen Eigenschaften mit den Elefanten sind folgende: Kopf und Beine haben eine ähnliche Form. Die Fangzähne der oberen Kiefer haben sich bei den Klippdachsen nur nicht, wie bei den Elefanten, zu Stosszähnen entwickelt. Beide haben innere Hoden, die sich zur Zeit der Fortpflanzung um das 20fache vergrößern. Beide haben eine lange Tragzeit. Die Weibchen haben Euterzitzen zwischen den Vorderfüssen. Die soziale Ordnung ist auch ähnlich.

Die Erklärung für diese Ähnlichkeiten ist ein gemeinsamer “Urahn“ vor 40-60 Millionen Jahren lebte und etwa so groß war wie ein Nilpferd. Von da ab entwickelten sich der Elefant und der Klippdachs in verschiedene Richtungen, je nach den herrschenden Bedingungen der Umgebung: Sie stammen aus Afrika, Syrien und Israel.

Die Pfoten der Klippdachse haben Rillen, die das Klettern auf Bäume ermöglichen, wo sie Blätter fressen. Außerdem ernähren sie sich von Wurzeln und Zwiebelgewächsen.

Sie leben in Gruppen von bis zu 100 vor allem Weibchen und Jungen unter der Führung eines Männchens. Am liebsten sind sie in der Sonne und schauen in die Umgebung, um aufzupassen und bei jeder Gefahr zu warnen. In Israel findet man sie auf dem Berg Carmel, in Galiläa, auf dem Golan und in den Wüsten Negev und Judäa.

Es kann auch geschehen, wie es bei einer von meinem Mann geführten Gruppe war, dass die Klippdachse bei der Feier der Heilige Messe am See Genezareth aus nächster Nähe “teilgenehmen”.

….und in der Bible ist geschrieben:

die Klippdachse, ein nicht kräftiges Volk, und doch legen sie im Felsen ihre Wohnungen an (Sprüche 30:24,26)

Desgleichen der Klippdachs; denn obschon er wiederkäut, hat er doch keine gespaltenen Klauen; darum ist er euch unrein.

(Levitikus 11:5)

Das sollt ihr aber nicht essen von dem, das wiederkäut, und von dem, das die Klauen spaltet: das Kamel, der Hase und Kaninchen, die wiederkäuen und doch ihre Klauen nicht spalten, sollen euch unrein sein; (5 Mose 14:7)

Der Klippdachs wird im Alten Testament wiederholt erwähnt, was beweist, dass er aus dieser Gegend stammt.

Der Klippdachs ist nach den jüdischen Speise-Gesetze ein “unreines Tier” (unkosher) und darf daher nicht gegessen werden.

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