Die Allee der Gerechten in Yad Vashem

entrada
Eingang zur Allee der Gerechten

 

Das Museum und Denkmal Yad Vashem, das sich in Jerusalem befindet, wurde mit dem Ziel gegründet, den jüdischen Opfern des Holocaust ein ewiges Denkmal zu setzen.

Der Name Yad Vashem leitet sich von der biblischen Erwähnung im Buch Jesaja 56:5 ab, in der folgendes zu lesen ist:

„ihnen allen errichte ich in meinem Haus / und in meinen Mauern ein Denkmal(Yad), ich gebe ihnen einen Namen(Vashem) / der mehr wert ist als Söhne und Töchter: Einen ewigen Namen gebe ich ihnen, / der niemals ausgetilgt wird.”

Yad Vashem ist eine große Anlage und umfasst unter anderem die Allee der Gerechten, die die „Gerechten aller Welt” ehrt. Dieser jüdische Ausdruck bezeichnet nicht-jüdische Menschen, die Respekt und Achtung verdienen, da ihr Benehmen und ihre Moral den sieben Regeln der Nationen entsprachen (siehe Apostelgeschichte 15, 28).  Aus diesem Grund erwartet sie eine göttliche Gabe.
Die Allee der Gerechten in Yad Vashem ist den nicht-jüdischen Menschen gewidmet, die ihr Leben in Gefahr brachten, um das Leben von durch die Nazis verfolgte Juden im deutschen Dritten Reich (1933-1945) zu retten.

Yad Vashem sucht diese Menschen, und wenn sie gefunden werden, bekommen sie den Titel „Gerechte unter den Völkern” als Medaille und Urkunde, die eine talmudische Inschrift tragen, die vom Glauben an die Menschheit zeugt: „Wer ein Leben rettet, rettet eine ganze Welt” (Der Talmud ist nach der Bibel das größte und wichtigste schriftliche Werk des Judentums). Ihre Namen sind in die Ehrenmauer des Gartens der Gerechten eingeschrieben.

Bis jetzt hat Yad Vashem ca. 22.000 Menschen gefunden und als „Gerechte” anerkannt und geehrt.
Die Gerechten unter den Völkern, die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten leben, bekommen eine Hilfe vom jüdischen Fond für die Gerechten. In Israel leben ca. 35 Gerechte, die vom Staat eine Pension bekommen.

Es gibt keine genauen Zahlen darüber, wie viele Juden Dank der Hilfe von Nichtjuden gerettet wurden, aber man weiß, dass es zig-tausende waren.
Unter den Gerechten gab es christliche Priester, staatliche Beamte und Diplomaten, Menschen mit humanitären Idealen, Intellektuelle und einfache Menschen, unter ihnen Deutsche in Uniform und Zivil, sowie ganze Länder und Gemeinschaften.
Israel hat die moralische Pflicht, die Gerechten anzuerkennen und zu ehren.
Die Taten der Gerechten beweisen, dass es Wege gab zu helfen. Sie sollen künftigen Generationen ein Vorbild sein.

Auch weiterhin sucht man nach Gerechten. In der Zeitung ‚Haaretz’ vom 11.08.2008 wird über eine christliche Dame, Marianna Jaworska aus Warschau, berichtet, die das Leben eines jüdischen Mädchens gerettet hat. Marianna Javorska adoptierte Batia Kornwasser als ihre Eltern nach Treblinka verschleppt wurden. Das Kind lebte bis 1947 mit Marianna und wanderte dann nach Israel aus. Der Kontakt wurde unterbrochen und wieder aufgenommen. 30 Jahre nach ihrem Tod ist Marianna als Gerechte anerkannt, und ihre Nachkommen nahmen in ihrem Namen den Titel „Gerechte” in Empfang.

Am 12.03.2008 wurde Eduardo Propper de Callejon, spanischer Diplomat, als Gerechter anerkannt, der im Laufe des Zweiten Weltkriegs in Bordeaux, Frankreich, gedient hatte. Er rettete das Leben mehrerer jüdischer Flüchtlinge, indem er ihnen Visa verschaffte.

„WENN MAN EIN EINZIGES LEBEN RETTET, IST ES, ALS RETTE MAN DIE GANZE WELT ”

Medaille mit talmudische Inschrift
Medaille mit talmudische Inschrift
 Allee der Gerechten. Baum zu Ehren von Oskar und Emily Schindler

Allee der Gerechten. Baum zu Ehren von Oskar und Emily Schindler

 

Leave a Reply